Autor: Maria

Geschichte

Der Hund ist das älteste Zugtier, dessen der Mensch sich bedient und weist eine Jahrtausend alte Geschichte auf.
Schon auf einigen Felsenzeichnungen sind Hunde zu erkennen und man benutzte schon sehr früh Schlittenhunde auch im hohen Norden aufgrund ihrer sicheren Wegfindung.
Bei den alten Griechen zählten Hundewagenrennen zum beliebten Freizeitsport unter den Reichen, denn Hundehaltung war ohnehin Luxus - man schätzte Gänse als zuverlässigere Wächter und wegen ihres Fleisches höher.
In der Zeit des Rokoko liebte der Adel die Hundekutsche (oft mehrspännig) sehr als „Spielzeug“ und Zeitvertreib.
Während der Industrialisierung war der Zughund das Transportmittel der Bauern überhaupt, denn Pferde und Ochsen wurden bei der Feldarbeit gebraucht. Außerdem konnten Frauen und Kinder, die ja meistens zum Markt fuhren, so ein Hundegespann leicht handhaben.
Später ersetzte langsam aber sicher die Maschine die tierische Arbeitskraft und die Zughunde erlebten erst wieder in den beiden Weltkriegen einen zwischenzeitlichen Aufschwung. Danach sank ihre Zahl, bis man sie und ihre Existenz fast vergaß. Bis heute.
Heute entdeckt man diesen wundervollen Sport wieder. Besonders für all jene schweren Rassen, die man nicht anders auslasten kann wegen ihrer Größe oder die in anderen Sportarten nicht genügend Auslastung finden z. B. Berner Sennenhund, Schweizer Sennenhund, Bernhardiner, Neupfundländer, Landseer und und und…. Die meisten dieser Hunde sind Hofhunde und hatten früher neben vielfältigsten anderen Aufgaben eben auch diese, aufgrund dessen haben sie den Trieb zu Ziehen im Blut, was die oft schwere Leinenführigkeit erklärt.

Geschirr und Wagen



Natürlich veränderten Wagen und Geschirr sich seit damals sehr. Heute arbeiten die Hunde meist im Pulka- oder Sielengeschirr, während früher überwiegend das Sielengeschirr oder das Kummet benutzt wurde.
Als Hundewagen kann man fast jedes Gefährt unter folgenden Voraussetzungen benutzen:
· es muss zweiachsig und verkehrssicher sein
· es müssen gute und funktionstüchtige Bremsen vorhanden sein
· die Räder müssen einen möglichst großen Durchmesser haben und das Gestänge
muss auf gleicher Höhe mit dem Hundebrustkorb sein.
Zum Ziehen eines Menschen und für sportliche Wettbewerbe eignet sich der Sacco- Cart am besten.
Für die Ausbildung muss der Hundmindestens 50 cm groß sein (Widerristhöhe) mindestens 30 kg schwer (Körpergewicht) mindestens 18 Monate alt und gesund sein. Weiterhin sollte der Hundgut sozialisiert sein wenig Jagdtrieb besitzen die Grundkommandos befolgen. Ich empfehle gute Fachliteratur wie z.B. „Der Zughund“ von Susanne Preuß. Sofern die Möglichkeit besteht, sollte ein entsprechender Zughund-Kurs besucht werden. Vor allem in Berlin, im Süden Deutschlands sowie in Österreich/Schweiz wird man schnell fündig.
Absolutes Tabu ist das Sparen an Materialkosten, das kann gesundheitliche Folgen haben!!! Wenn man nicht so viel Geld für das „nur probieren“ ausgeben will, sollte man sich bei einem Verein oder einem Sachkundigen Wagen und Geschirr leihen und sich anleiten lassen.

Moray & Ich & Der Zughundsport



Wir mussten wirklich lange suchen, um einen Sport zu finden, der zu uns passt und uns voll ausfüllt. Es ist nicht leicht einen Hund zu beschäftigen, der hart arbeiten will und dies immer wieder einfordert. Nach langem Suchen bin ich endlich auf den Zughundsport gestoßen und ich wusste sofort, dass dieser Sport der einzig Wahre für uns ist. Also fingen wir an zu trainieren.
Zuerst musste er an ein Geschirr gewöhnt werden. Dafür benutzte ich ein X- Back- Geschirr, das normalerweise bei den Schlittenhunden Verwendung findet. An das X- Back knüpfte ich mittels eines Seils eine alte Decke, die einfach nur dazu dienen sollte, etwas an dem Geschirr zu zuppeln. Der nächste Schritt war das Anspannen mit dem X- Back und Seil an den Dog- Cart. Sobald das klappte, habe ich das Gestänge beim Ziehen über ihn und sein X- Back gehalten. Von hier an war es nur noch ein kleiner Schritt, ihn mit dem Wolfsong- Pulka- Geschirr ins Gestänge einzuspannen. Es hat ihm von Anfang an eine sehr große Freude gemacht und zu meinem Erstaunen lernte er es wirklich ausgesprochen schnell.
Es gibt keine zweite Disziplin, die er so liebt wie das Ziehen. Ich denke, dass die Faszination bei diesem Sport darin liegt, dass Mensch und Hund immer wieder von Neuem gefordert werden. Es ist immer etwas anders: sei es Wetter, Straßenverhältnisse, Verkehrssituation oder der Weg an sich. Jedes Problem, jede Neuerung wird mit den erlernten Fähigkeiten teils selbstständig, teils durch Teamarbeit gelöst und fördert dadurch Verständigung und Vertrauen zwischen den Partnern ganz enorm. Letztendlich verhilft dieser Sport zu so vielem: Disziplin, Selbstständigkeit, Vertrauen und ausgeglichenster Harmonie, die die Beziehung zwischen Mensch und Hund bis zum Überquellen mit Freude und Glück füllt und damit jenes ermöglicht, was die Unterordnung oft nicht erreicht.