Immer wieder hört man all diese schrecklichen Geschichten über den Tod von Hunden aller Rassen durch eine Drehung des Magens. Allein die Symptome sind klar, über die Ursachen ist man sich nicht einig! Die meisten Hundeleute schauert allein der Gedanke daran, dann blickt man auf den eigenen kerngesunden Freund und mit einem erleichterten Seufzer denkt man sich: „So was passiert zum Glück nur den andern!“. Das hab ich auch gedacht……
Ich möchte hier erzählen, was Moray passiert ist und so entweder Rat und Trost spenden oder einfach nur Verständnis und Mitgefühl zeigen für alle, denen es auch zugestoßen ist.
Wir schreiben den 19. Mai des Jahres 2007. Meine Familie und ich befinden sich mitten im Umzug in ein größeres Domizil. Heute war die zweite Nacht, die wir alle, auch Hunde und Katzen, im neuen Haus verbrachten. Es war zwar noch ungewohnt, aber es schien allen Beteiligten zu gefallen. Wir begaben uns so gegen 22 Uhr ins Bett. Moray wollte nicht so recht einschlafen und fiepte leicht vor sich hin. Darüber machte ich mir keine Sorgen, denn er war schon während des ganzen Umzugs immer recht aufgewühlt gewesen. Er hatte am Abend ganz normal seine Mahlzeit gekriegt. Gegen 1:30 Nachts begann Moray stark zu pumpen und zu würgen, aber er brachte einfach nichts raus. Aus Angst hatte ich die Symptome praktisch auswendig gelernt und wusste sofort, was los war. Ich weckte meine Mutter,denn Moray begann sofort einen dicken Bauch zu kriegen. Wir riefen unseren Tierarzt an und dieser schickte uns sofort zur Tierärztlichen Hochschule Hannover. Nach einer hektischen Irrfahrt durch die Nacht, die mindestens fünf Gelegenheiten geboten hätte, meiner Mutter den Führerschein wegzunehmen, fanden wir die TiHo endlich. Moray wurde sofort geröntgt und es stimmte. Er kam sofort in den OP. Dort wurde er zweieinhalb Stunden operiert, mit dem Ergebnis, dass die Milz bereits tot war, der Magen sich nur sehr schwerfällig zurückgefärbt hatte und die Prognose äußerst vorsichtig war. Die kritische Frage war, ob Teile des Magens nicht doch schon nekrös (abgestorben) waren, ob er in den folgenden Tagen Herz- Kreislauf- mäßig alles schaffen würde und ob er schlussendlich Futter und Wasser bei sich behalten würde.
Am ersten Tag machte er sich prächtig. Keine Herz- Kreislauf- Schwierigkeiten und bald machte er das Personal mit seinem ewigen Gekläff und seiner Beißerei in die Gitterstäbe verrückt. Dennoch stellten sich im Laufe dieses Tages schwere Symptome einer Lungenentzündung ein. Und es bildete sich viel Wundflüssigkeit - es suppte aus seinem Bauch heraus. Trotz allen Inhalierens und des Antibiotika stellte sich keine Besserung ein. Man riet uns zur Beschäftigung mit dem Gedanken des Einschläferns. Der dritte Tag war der wohl schwärzeste in meinem Leben. Ich war ernsthaft darauf gefasst, schon jetzt mit ihm den letzten Weg anzutreten. Mein einziger Wunsch war es, ihn nur noch einmal zu sehen und, wenn es ging, ihn hier zu Hause sterben zu lassen. Gegen alle Voraussagen besserten sich die Symptome, sodass er am nächsten Tag gefüttert werden sollte. Am vierten Tag wurde er das erste Mal wieder mit Wasser und dann mit Futter versorgt. Er soll es regelrecht inhaliert haben. Sie gingen mit ihm raus, damit er sich lösen konnte. Man soll ihm die OP kaum angesehen haben. Am fünften Tag nervte er das Personal so, dass sie uns anriefen und sagten, dass wir ihn holen könnten.
Damit war der Kampf noch lange nicht vorbei, er hatte gerade erst begonnen. Auch nach der OP hatten wir noch wahnsinnig lange Zeit Probleme mit der Naht. Es bildete sich übermäßig viel Wundflüssigkeit. Die Haut schwoll zu einer großen Beule an und nur mit täglichem 5maligem Spülen und wiederholtem Ablassen der Flüssigkeit, besserte sich der Zustand allmählich. Dennoch dauerte es Wochen!
Heute kriegt er immer noch vier Mahlzeiten täglich. Hill’s Futter für magenempfindliche Hunde, es muss erst aufquellen, bevor er es fressen darf.
Wie alle Hundebesitzer frage ich mich warum. Warum er? Warum entstehen Magendrehungen überhaupt?
Wenn jemand eine Antwort darauf weiß, freue ich mich über jeden Kontakt und würde diesen mit Erlaubnis auch auf meiner Seite veröffentlichen.
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Ich kann mich noch genau erinnern. An den letzten Tag. Wir waren im Urlaub bei meinen lieben Großeltern. Ich war überhaupt nicht böse, dass wir allein dort waren. Auf diese Weise konnten wir machen, was wir wollten: Fahrrad fahren, schwimmen, spazieren, spielen, kuscheln, schlafen. Wann wir wollten, wo wir wollten. Ich erinnere mich genau an Deinen fragenden leidenschaftlich treuherzigen Blick am ersten Abend. Das war Deine Art zu fragen, ob Du mit ins Bett durftest. Für einen kurzen Moment flackerte das Gesicht einer vertrauten Person vor meinen Augen und in dem Bewusstsein, dass wir nicht auffliegen würden, gab ich Dir das Ja. Du kuscheltest Dich an meinen Rücken, was für ein Gefühl von Nähe und Schutz. Hörte ich Deinen Atem, konnte ich sicher schlafen. An diesem Morgen hast Du schon nur die Hälfte gefressen. Ich war leicht beunruhigt. Unser erster Tag sollte zur Entspannung von der Anreise dienen, einzig eine Fahrradtour war angesagt. Opi hatte eine besonders schöne Strecke rausgesucht, wo Du lange ohne Leine durch den Wald laufen konntest. Es war eine der schönsten Touren, an die ich mich erinnern kann. Du warst unheimlich fröhlich. Die ganze Zeit liefst Du vor uns und drehtest Dich ständig zu mir um, die lange Zunge hing weit über Deine im Grinsen verzogenen Lefzen hinaus. Wie Du lachen konntest! Du lachtest nie einfach, Du hast immer gegrinst. Dann hingen Deine Lefzen herab und die Zunge lief lang über Dein glänzendes Gebiss, die Augen waren leicht zusammen gekniffen. In diesem Grinsen lag sowohl Frechheit als auch Liebenswürdigkeit. Mit kraftvollen Sprüngen liefst Du vor uns und ab und zu sprangst Du ins Unterholz. Du warst die Personifikation von Kraft und Schönheit, wenn Du liefst. Ich hab Dir gern dabei zugesehen. Aber nach sechs Kilometern etwa mussten wir kehrt machen, Du warst schon recht aus der Puste. Irgendetwas stimmte nicht. Du hättest normalerweise die doppelte Strecke geschafft. Auf dem Rückweg, als wir wieder im Dorf waren, sagte ich noch zu Opi, das ich nicht glaube, dass Du mir mal den Gefallen tun würdest ruhig schlafend von dieser Welt zu gehen……. Der Abend rückte näher. Alles war wie immer. Ich bereitete Dein Fressen. Du wolltest nicht richtig, aber unter meiner Bitte fraßest Du doch. Nur noch schnell Gute Nacht sagen, dann könnten wir uns schön ins Bett kuscheln Rücken an Rücken. Einfach die vertraute Nähe genießen. Ich legte mich ins Bett und deckte mich zu, darauf gab ich Dir das Zeichen auch aufs Bett zu kommen. Du klettertest über mich und legtest Dich Deiner ganzen Länge nach an meinen Rücken. Du tatest einen tiefen Schnaufer. Ich liebte dieses Geräusch, es war so menschlich und kameradschaftlich. Die Dunkelheit kam, doch der Schlaf nicht. Mit einem Mal steigst Du vom Bett und beginnst zu würgen. Panisch taste ich nach dem Lichtschalter, ich weiß, dass, wenn jetzt nichts kommt, Du verloren bist. Ich warte, mein Herz schlägt bis zum Hals. Es kommt nichts. Ohnmacht. Ich fühlte nichts mehr. Ich konnte mich nicht rühren. Mein Blick fiel aufs Telefon. Mama, was soll ich tun? Mein Hund stirbt! Bleib ruhig, geh zu Omi, sie soll ihn anfassen und fühlen, sie hat gute Hände. Ich geh rauf, sie schauen Nachrichten, meine Stimme zittert, ich kann kaum stehen, sie verstehen zuerst nicht. Omi wird kreidebleich sie kommt mit, sie fühlt nichts. Ich fühle es aber, da ist eine Beule. Ich bitte Omi einen Tierarzt zu rufen mitten in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die Zeitung muss gesucht werden. Die Ärztin hat keine Erfahrung mit Magendrehungen. Ich schildere ihr unter Tränen, dass sie die nicht brauchen wird. Sie kommt, aber sie braucht eine halbe Stunde Anfahrt. Ich stürze wieder zu Dir. Du hast Schmerzen, beginnst umher zu laufen, Dich hinzulegen und wieder aufzustehen, Du beginnst zu fiepsen, zu bellen, zu schreien vor Schmerz. Ich kann nur weinen, weinen, weinen…….wie jetzt auch. Meine Beruhigung hilft nicht. Dein Bauch ist dick und heiß. Das Warten dauert ewig. Endlich ist sie da. Durch den Tränenschleier kann ich sie nicht sehen. Als sie zur Tür reinkommt, willst Du Dich zwischen uns stellen, Du versuchst mich zu schützen, knurrst sie an, obwohl Du kaum noch stehen kannst. Sie sieht, dass alles zu spät ist. Sie erklärt, was sie jetzt tun wird. Ich weine, ich schreie, ich stammele nur noch ja, ich kann Deinen Schmerz nicht ertragen, ich will Dich nicht verrecken sehen. Erst die Narkose.Normalerweise braucht sie zehn Minuten bis sie wirkt. Aber Du kippst schon nach zwei Minuten um. Ich halte Deinen Kopf in meinen Armen und das Wasser tropft in Dein Fell. Ich streichle Dich, ich rede, ich weine, mein Herz reißt auf immer weiter. Dann das Gift direkt ins Herz. Von einem Moment auf den anderen hörtest Du einfach auf zu atmen. Ich klammere mich an Dich, hänge auf Dir und fühle nur noch den Schmerz, die Trauer, mein gebrochenes Herz. Opi ist oben, er konnte den Anblick nicht ertragen, Omi zieht mich von Dir weg. Unsere Hausärztin soll mir helfen. Das Beruhigungsmittel schlägt nicht an. Ich weine nur noch. Immer und immer wieder krampft meine Kehle sich zusammmen, in meinem Kopf rast der körperliche Schmerz. Ich wollte nur noch sterben und Dir nachgehen dürfen. Was hilft es mir, wenn sie sagen, dass Du so friedlich daliegst? Dass Du jetzt im Himmel bist und keine Schmerzen mehr hast? Was hilft es mir, wenn sie sagen, dass ich nicht weinen soll? Dass ich Dich loslassen soll? Soll ich Dich vergessen? Meinen besten Freund, der drei Jahre alles mit mir teilte, mich nie kritisierte, mich vorurteilslos nur liebte. Ich kann es nicht. Ich kann Dich nicht vergessen, denn Du lebst in mir. Ohne Dich wäre ich nicht, was ich bin. In meinem Herzen ist noch immer der Platz, der Dir gehört und er blutet, weil Du mir entrissen wurdest.
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