Hier findet ihr alles, was mein Hundeleben so bewegt: Erlebnisse, Geschichten und Sportliches. Das alte Tagebuch enthält alles aus dem Jahr 2006. Viel Spaß beim Schmökern!
21.10.2006 Wir sind jetzt Mitgied im PHV Hannover!
Seit dem 21 Oktober sind mein Frauchen und ich offiziell Mitglied im PHV Hannover und haben somit endlich einen Verein gefunden, bei dem wir es uns gefällt. Wir trainieren dort nun etwa seit dem Frühling. Mit wachsendem Erfolg und Spaß. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Trainern für ihre außerordentliche Geduld und Strapazierfähgkeit, die sie immer und immer wieder an uns bewiesen haben, bedanken: Ihr seid wunderbar! Nun trainieren wir auf die kommende Begleithundeprüfung im Frühjar 2007 hin (die erste haben wir versemmelt). Wir freuen uns auf jede Einheit und auf alle netten Leute und empfehlen Euch hiermit an alle weiter!
Sommerferien
In den Sommerferien waren wir bei Frauchens Großeltern in einem kleinen Dorf in der Nähe Berlins. Dort kann man noch Hund sein und überalll schwimmen gehen. Unseren Sacco hatten wir auch dabei und haben jeden Tag Touren gemacht. Weil ich immer so sehr lospresche sobald ich im Geschirr bin, hat Frauchens Großvater sich überlegt, dass wir beim Fahren einen langen Zügel in mein Halsband einklinken. Wenn ich ehrlich sein soll: Ich mag es nicht! Jetzt muss ich immer brav Trab gehen und das wo meine Lieblingsgangart der gestreckte Galopp ist! So eine *******! Dadurch schaffen wir aber mehr Strecke und man kann mich sicherer im Verkehr führen. Vor Autos oder Lastern hab ich ja sowieso keine Angst!
11.04.2006 Mein zweiter Geburtstag
Ich bin heute zwei Jahre alt geworden. Ja, genau, so groß bin ich schon! Ich bin jetzt 70 cm hoch und an die 40 Kg schwer (so genau wissen wir es nicht, weil es immer etwas umständlich ist mich zu wiegen, denn ich bin schon etwas schwer zum hochheben). Der ganze Tag heute war sehr anstrengend! Mein Cheffe war ja so was von sentimental! Ständig hat sie Geschichten von früher erzählt. Was für ein schrecklicher und gleichzeitig so süßer Welpe ich doch war, immer nur in Aktion, nie ruhig, ständig Unsinn gemacht und noch durch kein Kommando konnte dies unterbunden werden. Ach ja … schöne Zeiten waren das! Dann hat sie noch von unserem ersten Urlaub in Breisach erzählt, wo ich etwa vier Monate alt war. Wir haben beide im Vorzelt geschlafen, weil es uns in dem kleinen Zelt mit Rudelbruder Till zu eng war. In einer Nacht war ein schreckliches Gewitter im Gange. Es regnete nicht, aber die Blitze und der Donner waren größer und lauter als alle, die Cheffe bisher gesehen hatte. Sie hatte Angst, dass ich eine Panik kriegen könnte (sie hatte selber vermutlich auch Schiss, ein bisschen). Sie saß auf ihrer Matratze und ich bin zu ihr gegangen und habe mich zu ihr gesetzt und mich an ihren Rücken gelehnt. So haben wir die Vorführung der Natur genossen bis wir ermüdet eingeschlafen sind, obwohl es noch gar nicht vorbei war. Oder wie wir im selben Urlaub schwimmen gegangen sind im Rhein und in einem großen See und ich ihr ohne mit den Brauen zu zucken ins tiefe Wasser gefolgt bin. Von diesem Zeitpunkt an liebte ich das Wasser. Im nächsten Urlaub mit etwa anderthalb Jahren habe ich das bewiesen. Sie hatte sich beim Volleyball spielen verletzt. Die ganze Haut von den Knien abwärts war abgeschürft und sie konnte nicht mehr mit mir schwimmen gehen. Wir sind beide an den Strand gegangen und ich bin ins Wasser gesprungen und Runden geschwommen vor ihrer Nase. Ich habe den Applaus für dieses Kunststück sehr genossen! Wie wir mit dem Wagensport angefangen haben und ich immer schneller dazulernte und lerne. Von der Rutentragödie hat sie erzählt und von noch mehr. Mir war’s recht. Mit meinem Kopf auf ihren Füßen bin unter den ganzen Schmeicheleien, Komplimenten und gespielter Entrüstung langsam in Morpheus Arme gesunken. Ob ich glücklich bin? Was für eine dumme Frage! ;-)))))))
08.04.2006 Hagen
Jeden Sonnabend bringen wir in unserem Nachbardorf Hagen die Flaschen weg und holen in dem kleinen Laden dort alle kleinen Dinge, die man beim Einkaufen immer vergisst. Ich find das einfach genial. Auf der Strecke zwischen Borstel und Hagen bin ich immer nur am Düsen - irgendwas anderes als Vollspeed kommt mir gar nicht in die Tüte! Dann kann ich mich mal richtig ins Geschirr legen und das angenehme Gewicht auf meinen Schultern spüren und laufen, laufen, laufen….! Und jedes Mal sehe ich so viele Dinge in Hagen. Und vor allen Dingen WERDE ich gesehen. Ist schon lustig, wenn die Leute stehen bleiben vor Erstaunen und sich dann meistens ein Lächeln auf ihren Lippen abzeichnet. Ich kann es nicht leugnen, dass mir dann schon ein bisschen die Brust schwillt, zweifellos hält man mich am laufenden Band für den Schönsten. Wenn Cheffe die Flaschen zu den Containern bringt, bleibe ich wie in Stein gemeißelt stehen und sehe seelenruhig zu wie sie ihren Part der Arbeit erledigt. Vor dem Laden ist das was anderes! Da ist Cheffe immer eine Zeit lang weg und ich bin ganz allein, da draußen! Das ist nicht lustig! Bin ich froh, dass sie immer zurückkommt. Wenn wir zu Hause angekommen sind, ratze ich ganz gemütlich mit gefülltem Bauch und träume vom Ziehen.
10.03.06 Der Tierarzt und ich
Wie ihr ja alle wisst, bin ich ein sehr sehr temperamentvoller Hund. Das ist nicht immer vorteilhaft, um ehrlich zu sein. Durch diese Eigenschaft, die auch unheimlich viel Positives nach sich zieht, ist ein neues "Tierarzt- Kapitel" in meiner Geschichte eingeleitet worden - das hoffentlich letzte, wie ich meinen will. Ich habe mir jeden Tag, wenn mein geliebtes Frauchen nach Hause gekommen ist, die Rute an der Spitze blutig geschlagen. Da half auch keine Erziehung, wenn die Tür aufging, war es schon längst zu spät. Also Blutung stoppen, Möbel säubern, Kleidung einweichen und das jeden Tag. Das ging nun so lange bis ich mir eines Tages die Schwanzkuppe zu einem Dreiviertel abgeschlagen habe. Das war ausschlaggebend für Frauchens Entscheidung. Das konnte so nicht weiter gehen. Man setzte sich also mit dem Tierarzt zusammen und beratschlagte, was zu tun sei. Es wurde entschieden den Schwanz zu kürzen, damit die Kuppe breiter und damit widerstandsfähiger würde und damit der Peitscheneffekt vermindert würde - also die Rutenkuppe mit weniger Schwung auftrifft. Außerdem schlüge die Rute dann nicht mehr so leicht gegen diverse Ecken. Gesagt, getan. Unter Narkose wurden drei Glieder entfernt und hinterher die kleinen überstehenden Hautlappen zusammengenäht. Nun ist mein Schwänzchen also etwas kürzer. Naja, ich kann zur Zeit nicht gerade behaupten, dass mich das alles freut, obwohl die Länge ja angeblich keine Rolle spielen soll. Aber diese Plastik- Mütze nervt einfach und die Naht juckt. Schnauf! Ihr wisst ja gar nicht, wie schwer so ein Hundeleben ist! Oder hattet Ihr schon mal den ganzen Tag so 'ne Plastemütze auf und seid rumgelaufen wie ein kleiner lebendiger Lampenschirm??? Na also! Ich sage dazu nur eins: Ich mache drei Kreuze, wenn man mich am Montag wieder den Caniden und nicht mehr den Lampenschirmen zuordnen kann!!!
21.01.06 Das HD-Ergebnis
Na ja, wie gesagt so berauschend ist das Ergebnis nun wirklich nicht. Es wurde wirklich die schlechtere Seite bewertet und das nicht gerade sehr mild. Ergebnis: HD D1. Was soll’s, ich bin ja nicht nur Hüfte und so lange ich Sport machen kann und soll, ist ja ohnehin alles paletti.
29.12.2005 Die HD- Untersuchung
Wie alle vernunftbegabten Wesen hasse ich den Tierarzt, wie der Teufel das Weihwasser, aber welche Wahl hat man schon? Wir sind zu einem Spezialisten für HD- Untersuchungen gefahren, der nach Aussage von Cheffe „wunderschöne digitale Aufnahmen“ macht. Beim Tierarzt angekommen wurden erstmal Personalien aufgenommen und das Gewicht kontrolliert. Von der Untersuchung selber habe ich nicht viel mitbekommen, ist auch eigentlich kein Wunder, wenn man eine komplette Narkose bekommen hat. Zweifellos musste die Narkose sein, dass hat der Tierarzt schon bemerkt, als er nur sah, was für ein Prachtexemplar ich bin – er lobte insgesamt die Terrier und Schnauzer für ihr Temperament und ihren Mut. Normalerweise hätte ich mich über das Lob gefreut, aber das „Flair“ der Tierarztpraxis wirkte sich verdunkelnd auf mein Gemüt aus. Den Rest weiß ich nur aus der Erzählung meiner Chefin. Der TA hätte fast zwei Stunden an mir rumgearbeitet und die Fotos sollen allerdings sehr schön gewesen sein, das Ergebnis war es nicht. Eigentlich, sagte der TA, hätte ich grundsätzlich eine schöne Hüfte mit runden Gelenkköpfen und gut ausgeprägten Gelenkpfannen, aber auf der rechten Seite sei der Winkel, mit dem der Kopf in der Pfanne läge, zu klein und die schlechtere Seite wird nun mal immer bewertet. Er machte keine Prognose über die Wertung des PSK, bis auf das ich wahrscheinlich aus der Zucht raus sei, sagte aber, dass ich immer sehr viel Sport machen solle, springen hier mal ausgeklammert, und die Arbeit des Zughundes wäre für den Muskelaufbau der Hinterhand ganz fantastisch. Mit immer ordentlichen Muskeln auf der Hinterhand werde ich mit Sicherheit sehr, sehr alt und glücklich und die Arthritis werde lange auf sich warten lasse. Also Leute immer schön fit bleiben!!!!
05.11.05 Das große Bellen
Stellt euch vor wo wir waren!!! Wir waren auf der IZH in Hannover, auf der großen internationalen Hundeausstellung!!! Mit meiner Chefin war ich dort und was soll ich sagen, da waren sooooooo viele Hunde. Manche waren ganz klein und andere waren größer als ich (und dabei habe ich eine sehr ordentliche Größe). Wir waren zwar nur als Gäste da, aber es war wirklich aufregend genug. Ich habe viele neue Bekanntschaften geschlossen, so im Vorbeigehen und wie man das halt so macht auf einer Hundeausstellung. Am Anfang war ich furchtbar aufgeregt, aber das ging schnell vorbei und als mir meine Chefin ein neues Spielzeug gekauft hat, da waren die anderen Hunde vergessen. Da gab es nur noch mich, Cheffe und das Spielzeug. Dieses Jahr waren viel mehr Leute da als letztes Jahr und mehr Verkaufsstände. Mein Gott Dosenöffner sind ja so was von eigen! Immer, wenn sie einen Stand gesehen haben, sind sie gleich hin und mussten erst einmal alles gründlich untersuchen. Und ihr beschwert euch, wenn wir Hunde mal ‚ne kleine Notiz für andere Hunde dalassen??? Jedenfalls freue ich mich schon auf das nächste Mal und kann es allen nur empfehlen vorbei zu schauen!!!
27.10.05 Der Weltuntergang
In der Tat, diese Woche wäre beinahe die Welt untergegangen, meine schöne, friedliche Hundewelt. Alles begann an einem schönen Morgen, als mein Frauchen plötzlich anfing, unsere Höhle auszuräumen. Ich tat wirklich alles, um sie davon abzuhalten und stellte mich ihr immer wieder in den Weg. Aber jedes Mal schob sie mich zur Seite und erklärte mir irgendetwas von „Zimmer renovieren“. Keine Ahnung was das sein soll. Ich meine normalerweise verstehen wir Hunde eure seltsame Lautsprache ja ganz gut, aber wie, um alles in der Welt, kann man alle Duftmarken und sonstige besitzanzeigenden Dinge fröhlich pfeifend beseitigen? Damit radiert man ja die Grenzen seines Reviers aus. Aber es kam noch schlimmer! Die schöne, gemütliche Höhle wurde mit Plastik ausgelegt, nicht dass ich Angst davor gehabt hätte, aber ich bekam Zutrittsverbot!!!! Das war dann endgültig zuviel für mich. Deprimiert mit hängenden Ohren und hängender Rute schlich ich fortan hinter Frauchen her. Da konnten mich auch die extra- Streicheleinheiten nicht trösten. Schlafen konnte ich auch nicht mehr, genau so wenig wie Frauchen. Wir schliefen nämlich in der Wohnstube zusammen mit den Katzen :-(. Und wenn jetzt jemand glaubt, Katzen wären lieb kuschelig und würden einen in Ruhe schlafen lassen, dann ist er auf dem Holzweg! Sie haben sich ständig an Frauchen rangemacht und ich musste sie immer wieder vertreiben (wenn ich eine Schwäche habe, dann ist es große Eifersucht). An diesem Punkt angekommen, glaubte ich schon alles verloren, aber siehe da, es tauchte nach zwei Tagen ein Lichtblick auf: das Plastik wurde aus der Höhle entfernt und kurz darauf wurden auch die Sachen wieder hineingeräumt und ich durfte wieder rein!!!! Also ich würd’ mal sagen, da hab’ ich wohl Schwein gehabt und wir sind haarscharf am Weltuntergang vorbeigerauscht! Obwohl eigentlich hab ich es jetzt ganz cool erwischt: vom Bettiplatz aus sehe ich die Tür!! Und wer zu meinem Frauchen will, muss an mir vorbei!!

